Rolf E. Kellenberg (*1967) wuchs in Arbon und Freidorf TG auf und fand früh seinen Weg in die Welt der Bücher. Nach der Ausbildung zum Buchhändler in St. Gallen arbeitete er für die traditionsreiche Firma Orell Füssli in Zürich und engagierte sich im Zentralvorstand des Angestelltenverbands des Schweizer Buchhandels (ASB).
Parallel dazu entwickelte sich seine künstlerische Handschrift: 1991 entstanden die ersten Zeichnungen und Bilder, 1992/93 folgte ein prägendes Jahr in Paris und 1993 die erste Einzelausstellung in Zürich.
1996 kehrte er an den Bodensee zurück und übernahm Archivaufgaben für die Stadt Arbon, die örtlichen evangelischen und katholischen Kirchgemeinden sowie das Historische Museum im Schloss – ein Umfeld, in dem sich sein langjähriges Interesse für Geschichte vertiefte.
Seit 2013 veröffentlicht er Bücher, in denen sich seine drei Welten verbinden: die Präzision des Archivars, die Erfahrung des Buchhändlers und die stille Kraft des Zeichners und Malers.
«Meine langjährige Beschäftigung mit Genealogie führte mich zu den frühesten Spuren der Familie Kellenberg in Roggwil TG, wo sie seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar ist. Trotz intensiver Recherchen fand sich jedoch kein historisch belegtes Familienwappen. Ein im 20. Jahrhundert entstandenes, fälschlich zugeordnetes Wappen erwies sich als nicht authentisch. Damit wurde klar: Meine Vorfahren führten vermutlich nie ein eigenes Wappen – und gerade diese Erkenntnis eröffnete mir die Freiheit, 2026 ein neues, eigenes Familienzeichen zu schaffen.
Im Zentrum dieser Neugestaltung steht das Dreikreuz, ein Symbol, das ich bereits vor über dreissig Jahren entworfen habe. Seine Grundform – das Kreuz – steht für Orientierung und Mitte. Die bewusst eingearbeiteten Zacken brechen diese Ordnung auf, öffnen die Form und verleihen ihr Spannung und Energie. Die Zahl Drei, ein wiederkehrendes Motiv in meinem gestalterischen Denken, prägt das Zeichen rhythmisch und strukturell.
Mit der Aufnahme des Dreikreuzes in das neue Kellenberg-Wappen erhält dieses persönliche Symbol nun eine heraldische Bedeutung: Es verbindet Herkunft und Selbstdeutung, Tradition und eigene Gestaltungskraft. Das Wappen von 2026 wird so zu einem neuen, eigenständigen Ausdruck familiärer Identität.»
Ausführlicher behandelt in:
Rolf E. Kellenberg: Crux lucis via est – Geschichten und Legenden zum Wappen der Familie Kellenberg «zum Weinberg», Bürger von Roggwil (TG). Arbon 2026. ISBN: 978-3-9526358-1-0
Während in vielen Ländern ausschliesslich der väterliche Familienname weitergegeben wird, führt man in Spanien traditionell sowohl den väterlichen als auch den mütterlichen Namen. Im englischsprachigen Raum kommt dem Mittelnamen mitunter eine ähnliche Bedeutung zu. Das «E» in meinem Namen verweist auf Eggmann – den Familiennamen meiner Mutter.
Die Arboner Eggmann lassen sich in den Quellen bis in die frühen Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Ihr silbern-blaues Wappen im Stufenschnitt, begleitet von zwei goldenen Sternen, ist seit 1940 im Thurgauer Wappenbuch verzeichnet. Die Familie war stark handwerklich ausgerichtet und als Schreiner, Schlosser und Fuhrhalter tätig.
Die gesicherte Stammfolge beginnt mit Caspar Eggmann (um 1570/80–1634). Nach den Pestjahren führte sein Sohn Jacob die Linie weiter. Über Generationen heirateten die Eggmann in Arboner Bürgerfamilien wie Wiedenkeller, Sauter oder Zureich ein. 1819 entstand durch die Ehe von Hans Konrad Eggmann und Barbara Katharina Ziegler eine Verbindung zu alteingesessenen Schaffhauser Familien.
Das «E» in meinem Namen ist mehr als ein Initial. Es steht für Herkunft, Haltung und solides Handwerk – und bewahrt die Spur der Eggmanns, der Familie meiner Mutter.
Ausführlicher behandelt in:
Rolf E. Kellenberg: Mit Ross und Lastwagen. Eine Ostschweizer Familiengeschichte. 3. Auflage 2019. ISBN 978-3-7460-8909-6
Die Abbildung zeigt Jasskarten der grosselterlichen Firma J. Eggmann Bernet, einst als Werbegeschenk der 1950er-Jahre verteilt.